Ratgeber
Abschiedsgeschenk für Mitarbeiter: Ideen, die in Erinnerung bleiben
Jemand geht — und irgendjemand im Team soll jetzt „etwas Schönes“ besorgen. Die ehrliche Wahrheit vorweg: Das beste Abschiedsgeschenk ist selten das teuerste, sondern das, in dem die gemeinsame Zeit vorkommt. Hier stehen 19 Ideen, sortiert nach dem, was sie leisten — vom Blumenstrauß bis zum Geschenk, das das ganze Team gemeinsam macht. Dazu die vier Fehlgriffe, die jede Abschiedsfeier schon einmal gesehen hat, und der steuerliche Rahmen für Arbeitgeber in zwei Sätzen.
Woran ein gutes Abschiedsgeschenk zu erkennen ist
Drei Fragen trennen das gelungene Geschenk vom Verlegenheitskauf. Erstens: Kommt die Person darin vor? Ein Gutschein sagt „wir haben an dich gedacht“, eine gesammelte Erinnerung sagt „wir haben an dich gedacht“ — das ist nicht dasselbe. Zweitens: Trägt es das ganze Team? Ein Geschenk, zu dem alle beigetragen haben, wiegt mehr als eines, das eine Person eingekauft hat. Drittens: Passt es zum Anlass? Wer in den Ruhestand geht, braucht nichts fürs nächste Büro; wer nach zwei Jahren weiterzieht, braucht keine Chronik von vier Jahrzehnten.
Die Klassiker — solide, aber austauschbar
Nichts davon ist falsch. Es sind die Geschenke, die funktionieren, wenn wenig Zeit ist oder die Person nicht besonders nah stand — sie erzählen nur nichts.
1. Blumenstrauß mit Karte
Der Standard zur Übergabe im Meetingraum. Wirkt nur zusammen mit ein paar persönlichen Sätzen — der Strauß allein ist nach einer Woche Kompost.
2. Gutschein
Restaurant, Buchhandlung, Gartencenter — je näher am tatsächlichen Leben der Person, desto besser. Der Universalgutschein der Handelskette ist die unpersönlichste zulässige Lösung.
3. Wein oder Präsentkorb
Funktioniert, wenn Sie die Vorlieben kennen. Vorher klären, ob die Person überhaupt Alkohol trinkt — der Rotwein für die Kollegin, die keinen anrührt, ist ein verbreiteter Klassiker der peinlichen Sorte.
4. Die schöne Kleinigkeit
Füller, Tasse, Notizbuch. Ehrlich gesagt: Es ist Tasse Nummer 37. Als Beigabe zu etwas Persönlichem gut, als Hauptgeschenk nach zehn Jahren Zusammenarbeit zu dünn.
Die persönlichen — hier entsteht Erinnerung
Diese Geschenke brauchen Vorlauf und jemanden, der das Team einsammelt. Dafür sind es die, die nach Jahren noch im Regal stehen.
5. Karte mit Unterschriften aller
Das Minimum an Gemeinschaft, in einer Stunde organisiert. Je konkreter die Sätze, desto besser — „Alles Gute“ von vierzig Leuten liest sich wie ein Formular.
6. Digitale Grußwand
Kudoboard und ähnliche Dienste sammeln Grüße, Fotos und Videos über einen Link — stark für verteilte Teams. Das Ergebnis bleibt ein Link; was das heißt, steht im Vergleich Grußwand oder Zeitung.
7. Fotobuch der gemeinsamen Jahre
Betriebsausflüge, Weihnachtsfeiern, der legendäre Messestand. Braucht jemanden, der die Fotos tatsächlich zusammenträgt — das ist die eigentliche Arbeit, nicht das Layout.
8. Videobotschaft des Teams
Jede und jeder nimmt dreißig Sekunden auf, jemand schneidet es zusammen. Besonders wertvoll, wenn Standorte oder Ehemalige dabei sein sollen, die zur Feier nicht kommen können.
9. Erinnerungsbox
Eine Kiste mit Dingen, die nur dieses Team versteht: der Insider-Gegenstand, das Zitat auf einem Schild, das Foto vom ersten Arbeitstag. Rührend, wenn die Insider stimmen — beliebig, wenn nicht.
10. Gerahmtes Teamfoto
Mit Unterschriften auf dem Passepartout. Schnell gemacht, hängt wirklich an Wänden — und ist ehrlicherweise eher Beigabe als Hauptgeschenk.
11. Eine Zeitung aus Beiträgen des Teams
Alle beantworten ein paar Fragen zur Person, daraus wird eine gedruckte Zeitung mit Artikeln, Schlagzeilen und Rubriken — die Erinnerung als etwas, das man durchblättern und weiterreichen kann. Selbst gebaut ein ordentliches Wochenendprojekt; was hineingehört, steht im Ratgeber Was schreibt man in eine Abschiedszeitung?
12. Das gerahmte Erinnerungsstück
Das alte Türschild, der erste Dienstausweis, die Skizze vom Projektstart — gerahmt und mit Datum. Kostet fast nichts und trifft oft tiefer als alles Gekaufte.
Erlebnis statt Gegenstand
13. Der Ausstand, umgedreht
Traditionell gibt die gehende Person einen aus. Drehen Sie es um: Das Team lädt ein — Essen, Biergarten, Frühstück im Büro. Die Geste ist das Geschenk.
14. Gemeinsamer Ausflug
Noch einmal etwas zusammen unternehmen, das nichts mit Arbeit zu tun hat. Funktioniert nur, wenn die Person Unternehmungen mit dem Team wirklich mag — ehrlich prüfen, nicht hoffen.
15. Erlebnisgutschein zum Hobby
Kochkurs, Konzertkarten, Fahrsicherheitstraining. Setzt voraus, dass Sie das Hobby kennen und nicht raten — der Fallschirmsprung für die Höhenängstliche ist kein Geschenk, sondern eine Mutprobe.
Passend zum Anlass — und zwei symbolische
16. Ruhestand: etwas für die gewonnene Zeit
Reiseführer samt Gutschein, Jahreskarte für den Botanischen Garten, das Abo der Lokalzeitung. Mehr dazu im eigenen Ratgeber Geschenk zum Renteneintritt.
17. Jobwechsel: etwas für den Neustart
Eine gute Tasse für den neuen Schreibtisch, ein Buch zum neuen Aufgabenfeld, ein „Notfallpaket erste Woche“. Signalisiert: Wir gönnen dir das Neue — wichtiger, als es klingt.
18. Spende im Namen der Person
Für Menschen, die ausdrücklich nichts mehr besitzen wollen. Organisation wählen, die zur Person passt, Bestätigung schön verpacken — und vorher sicherstellen, dass die Person Spenden statt Geschenken wirklich schätzt.
19. Der Baum im Firmengarten
Oder die Baumpatenschaft, wenn es keinen Garten gibt. Wächst weiter, wenn die Person längst weg ist — ein stilles, gutes Bild. Braucht die Zustimmung der Hausverwaltung, sonst bleibt es beim Bild.
Die vier Fehlgriffe
- Das Scherzgeschenk auf Kosten der Person. Die Rentner-Schürze, das Anti-Stress-Kit, der Gehstock mit Hupe. Was auf der Feier drei Lacher holt, steht danach niemandem mehr im Regal — und trifft Menschen, die ihren Abschied ohnehin schwer nehmen, an der falschen Stelle.
- Bargeld. Wirkt wie eine Auszahlung, nicht wie ein Geschenk — und steuerlich ist Geld vom Arbeitgeber immer Arbeitslohn, egal wie klein der Betrag. Wenn Geld, dann als Gutschein mit erkennbarem Gedanken dahinter.
- Alkohol ungefragt. Nicht jede trinkt, nicht jeder darf, manche wollen nicht mehr. Der Präsentkorb ohne Flasche ist nie falsch, die Flasche ohne Wissen manchmal sehr.
- Restposten mit Firmenlogo. Der Regenschirm aus dem Messeschrank sagt exakt eines: Wir haben fünf Minuten vor der Feier ins Lager gegriffen. Dann lieber die Karte mit vierzig ehrlichen Unterschriften.
Für Arbeitgeber: der Steuerrahmen in zwei Sätzen
Zahlt die Firma, gilt: Sachgeschenke aus besonderem persönlichem Anlass — ein Abschied zählt dazu — bleiben nach R 19.6 der Lohnsteuer-Richtlinien bis 60 Euro einschließlich Umsatzsteuer lohnsteuerfrei; das ist eine Freigrenze, über der der volle Wert steuerpflichtig wird, was der Arbeitgeber pauschal übernehmen kann. Bargeld ist immer Arbeitslohn — und was davon auf Ihren Fall zutrifft, klärt Ihre Steuerberatung, nicht diese Seite.
Wenn es Idee 11 werden soll: die Zeitung machen wir
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